Selbsthilfeangebote

Durch Autosuggestion die Stimmung heben: Beispiel Körperzellen-Song

Auch Medikamente helfen besser, wenn man an die Wirkung glaubt.

Viele der von mir hier vorgestellten Selbsthilfe-Tipps gehören genau genommen letztlich in den Bereich der Autosuggestion.

Die Lehre von der Autosuggestion, also dem Prozess, das Unterbewusste zielgerichtet zu beeinflussen, wurde vom französischen Apotheker Émile Coué im 19. Jahrhundert begründet.

Meine Schwiedertochter ist Erzieherin. Vor einiger Zeit machte sie mich auf ein YouTube-Video aufmerksam. Es handelte sich um den „Körperzellen-Rock“ von Michael Mosaro und Astrid Kuby, der von den Kindern und Jugendlichen, mit denen sie arbeitet, sehr gut aufgenommen wird und auf keiner Freitagsdisco fehlen darf.

Es kommt unter Umständen zunächst so etwas wie „Fremdschämen“ auf. Vor allem der Text des Liedes ist durchaus verbesserungswürdig.

Dennoch ist es, wenn man sich drauf einlassen kann, ein durchaus wirksames Beispiel für Autosuggestion durch Musik und Bewegung in Verbindung mit einem (ja! sehr schlicht formulierten) Mantra. Dem Körper wird dabei attestiert, dass es ihm gut geht, weil die, als Kollektiv angesprochenen, Zellen sich wohl fühlen.
Wir haben das dann daheim ausprobiert. Für den Text haben wir uns statt „voll gut drauf“ auf  „gut gelaunt“ geeinigt. Das schien uns weniger schlimm.

Eine Mischung aus Ketchup-Song und Mantra: Abgesehen, davon, dass man sich bewegt, was ja schon mal nicht schaden kann, wirkt dieses Lied tatsächlich stimmungsaufhellend.

Dennoch: In aller Öffentlichkeit sind wahrscheinlich nur wenige Erwachsene willens, da mit zu machen. Der schlichte Text und die eher tappsigen Bewegungen wirken schon ein bissel peinlich und bemüht fröhlich.
Zum Anderen: Ein sprachlich besonders gut ausformuliertes Mantra in antikem Versmaß liest sich zwar gut, nur – wer kann es sich merken? – und eine hochkomplexe, optisch ansprechende Choreographie ist auch nix, wenn sich viele beteiligen können sollen…

Die allgemeinen Kritiken bewegen sich dementsprechend von „esoterischer Blödsinn“ (der Journalist Christian Kortmann) bis hin zu „etwas albern, aber durchaus stimmungshebend“ (der Motivationsexperte Dr. Stefan Frädrich).
Michael Mosaro selbst stellt dazu fest: „Das Wesentliche dabei ist, dass die Botschaft (…) bei allen landet.“

An dem Song haben sich bereits viele ausgetobt. Es existieren mittlerweile auch HipHop-, Techno- und sogar Heavy-Metal-Versionen. Hier nur zwei Beispiele:

  1. eine geniale, nicht ganz ernste Metal-Version Körperzellen Rock (Jede Zelle…) Metal Cover (Blake Inc.)
  2. eine lebensfrohe Verballhornung made by anni und binki …

Mein Fazit: Nicht verbissen sehen, einfach Spaß haben… Probiere es doch mal aus.


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