Gedankensplitter

8.Juni 2017…nur ein Augenblick

Kennst du das auch? Du hörst ein Lied und der Text passt gerade wie die sprichwörtliche Faust? So ging es mir heute hiermit.

Give me one moment in time

‚Each day I live
I want to be
A day to give the best of me
I’m only one
But not alone

I want one moment in time
When I’m more than I thought I could be
…‘
Whitney Houston

Immer das Beste gegeben, aber es hat nie gereicht: Einmal im Leben mehr sein, als man dachte, dass man je könnte…

Es lehrt mich Demut, zu sehen, wie schnell man ersetzt werden kann und in Vergessenheit gerät.

Es lehrt mich Demut und ist doch gleichzeitig so ungeheuer beruhigend, zu wissen,
dass die Welt mich nicht braucht, um sich weiter zu drehen.
So kann ich mich getrost und ohne schlechtes Gewissen auch mal nur um mich selber kümmern.

Nein, das ist kein Selbstmordgedanke!
Das Leben endet irgendwann von allein, da muss man nicht nachhelfen!
Die 3 Parzen werden’s schon richten. (Ich hoffe nur auf eine gut geschärfte Schere … schnipp und weg …)

Aber was zählt eigentlich?
Whitney Houston traumschöne Frau, großartige Stimme – man würde meinen,
sie hatte alle Voraussetzungen glücklich zu sein.
Da konnte doch nix schief gehen? Denkste! … vom Leben gebeutelt und letztlich wohl nicht lebensfähig.
Oder Romy Schneider, ein bildschönes, großes Schauspieltalent
von einer „Eislaufmutter“ für den eigene Karrierepush benutzt und getriezt, hat sich freigeschwommen und ist letztlich wohl doch am Leben und seinen Schicksalsschlägen zerbrochen…
und das sind nur 2 Menschen, die bekannt sind und im kollektiven Gedächtnis haften.
Ist es wirklich so, dass alle großen Talente irgendwo auch ein ebenso großes Defizit haben?
Die viel gepriesene ausgleichende Gerechtigkeit?
Was‘ n Glück, dass ich kein Ausnahmetalent bin, denn gerecht geht für mich anders!
Aber leider ist auch nicht jeder Bettler ein Michael Hirte, also geht diese Küchenphilosophie eh nicht auf.
Und ja, „eigentlich“ geht’s mir doch gut und meine Probleme sind weitgehend hausgemacht!

Was bleibt?
Der schale Geschmack verschenkter Möglichkeiten ?
Ein -„Was wäre gewesen, wenn ?“ – als letzter Gedanke? DAS WILL ICH NICHT!
Mir geht es darum, dass ich in meinem Leben doch eigentlich etwas sinnvolles tun wollte.
Abgesehen von Spenden für Tier- und Umweltschutz, die hoffentlich helfen, etwas Bleibendes, Gutes zu bewirken.

Ich will ja nicht gleich in die Geschichtsbücher eingehen,
aber doch zum Schluss sagen können:
Ich hab mein eines Leben GELEBT,
habe bewusst niemandem Schaden zugefügt,
konnte mir jederzeit guten Gewissens im Spiegel in die Augen schauen
und habe anderen auch etwas gutes mitgeben können.
Ja, ich weiß: Kind, Baum, Buch! … am Buch scheitere ich schon mal…und in den Zeiten der Urwaldrodung sind Bäume leider auch nichts Bleibendes mehr.
Es nagt der Gedanke, dass ich bisher zu oft falsche Prioritäten gesetzt habe
und dadurch zwar hoffentlich nicht anderen, aber doch mir selbst geschadet und mich verloren habe.

Aber was lerne ich daraus? Was tun mit dieser Erkenntnis?
Mal eben alles umkrempeln?
Wohl eher nicht, ich war noch nie ein Radikalinsky. Also Schritt für Schritt angehen.
Die guten ins Töpfchen…

Wie komme ich darauf?
Midlifecrisis? Oh bitte nicht, dann werde ich über 100 Jahre alt, das wäre nun wirklich übertrieben!
Die noch nicht ganz ausgestandene Depression? Vielleicht.
Die Aussicht, wenn ich wieder gesund bin, erst mal keine Job mehr zu haben? Möglich, aber eher untergeordnet. Es gibt genug spannende Themen, da findet sich auch was für mich!
Angst vor einem Neuanfang? … Ach, ich weiß es doch auch nicht.
Ist die Antwort wichtig? NEIN. Also, egal wie ich drauf komme, weitermachen!

Wo fange ich an?
Ich bekam eine WhatsApp-Nachricht von einer Freundin aus Studienzeiten.
Eine Freundschaft, für die ich mir in den letzten Jahren keine Zeit genommen habe.
Auch so eine falsche Priorisierung, die ich aber zum Glück noch ändern kann, denn sie hat den Kontakt nie abbrechen lassen,
Sie fragte an, ob wir nicht mal wieder ein Seminargruppentreffen veranstalten sollten, sie habe Lust darauf, das zu organisieren und schließlich sei unser Abschluss 30 Jahre her.
30 JAHRE!
Was soll ich antworten? Wir waren so um die 15 Leute (ich weiß es nicht mal mehr genau!) in der Gruppe und haben während der Studienzeit echt viel miteinander unternommen und es war eine gute Zeit.
Aber geblieben davon sind letztlich ein Fotoalbum, mein Mann und sie.
Will ich die anderen wiedersehen? Ich vermisse niemanden von ihnen wirklich.
In Erinnerungen schwelgen macht einem doch nur bewusst, was alles längst Vergangenheit ist.
Lieber würde ich meine beiden Freundinnen von damals treffen und mal schauen, ob wir die losen Enden nicht doch wieder fester verknüpfen können und wieder oder immer noch gemeinsame Interessen haben.
Das soll er also sein, der nächste Schritt.

Nachtrag Mai 2018: 
Wir haben uns mittlerweile zweimal zu dritt getroffen und ich bin heilfroh darüber, die beiden zu kennen und nach wie vor Freundin nennen zu dürfen!
Das Seminargruppentreffen findet wohl nicht statt…Schon irre, was ein Song im Radio alles auslösen kann.


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