ABC-Etüden

ABC.Etüden KW 6+7/2020 – Unverhofft

ABC-Etüden: Zum dritten Mal in 2020 fordert uns Christiane heraus 3 Begriffe in einem Text von maximal 300 Worten unterzubringen.
Alice mit ihrem Blog Make a Choice Alice ist diesmal die Wortgeberin und ihre Wahl fiel auf

 Grippe – gebleicht – knuddeln

Unverhofft

„Schatz. Das Telefon klingelt. Mach schnell. Mein armer Kopf“ – Ersterbende Stimme und wehleidiger Tonfall prophezeien den baldigen Heldentod. Das kann ich natürlich nicht verantworten und nehme schleunigst den Anruf an.
„Hallo. Frederic hier. Ist Peter da?“
„Ja, aber er ist krank.“
„Oh … Was hat er denn?
„Männergrippe, seit einer Woche.“
„So lange?“
„Mmmh.“
„Habt ihr einen Arzt hinzugezogen?“
„Nein, Peter hat so seine eigenen Hausmittel, da lässt er sich nichts sagen.“
„Und welche?“
„Feuchte, ungebleichte Kamillenteebeutel auf die Augen, literweise Hühnersuppe in den Magen, dazu Zwieback mit Meersalzbutter, Orangensaft und Whiskey.“
„Whiskey?“
„Alkohol desinfiziert.“
„Verstehe. Tja, eigentlich wollte ich fragen, ob er heut Abend zum Pokern kommt, aber das wird ja dann nix.“
„Ich sag’s ihm.“
„Ja, und wünsch ihm gute Besserung von mir.“
„Mach ich.“
Ich gehe ins Schlafzimmer zu meinem gefällten Krieger.
„Das war Frederic, heute wäre Pokerabend. Er wünscht dir gute Besserung. Ich mach dann mal Abendbrot.“
Kaum bin ich draußen, höre ich ihn mit fester Stimme lautstark telefonieren:
„Frederic? Peter hier“

„Was?“

„Nein, mir geht’s gut. Dorothee ist nur übertrieben fürsorglich. Du kennst doch ihre mütterliche Art.“

„Natürlich bin ich dabei. Bis gleich.“

Fünfzehn Minuten später steht er frisch geduscht und ausgehfertig angezogen in der Küchentür: „Ich geh pokern, hab’s Frederic versprochen. Er braucht mich. Und ich muss ja langsam mal wieder raus und auf die Beine kommen.“ Und schon ist er weg, mein Held.

Mit einer Tasse Earl Grey Tee, einem Butterbrot und dem neuesten Reißer von Stefanie Ross mache ich es mir auf dem Sofa gemütlich. Der Kater kommt auf meinen Schoss und lässt sich knuddeln. „Na mein Schöner, das hätten wir also überstanden. Sowas nennt man dann wohl Spontanheilung, oder? Dem heiligen Piatnik sei Dank!“

-289 Worte-

Und hier noch was Passendes zum Lachen bei Youtube:
Ein musikalisches Comedy-Medley durch alle gängigen Herbst-und-Winter-Krankheiten mit Jakob Nacken, Magdalena Flade, Helge Thun und Udo Zepezauer.

ABC-Etüden, Gedankensplitter

ABC.Etüde für KW 47+48/2019 – Die Nacktschnecke

Neue Schreibeinladung, neue Texte. Diesmal mit einer Wortspende von Red Skies over Paradise :

Schwermütig   –   haschen    –  Unbehausheit

Schon im Voraus hatte ich es mir vorgenommen: Die nächste Wortspende wird zum Limerick!
Nun denn…

Die Nacktschnecke

Zu ihrer Unbehausheit befragt – unwandelbar

verweigert‘ sie schwermütig den Kommentar,

und beim Versuch Salat zu erhaschen,

ließ sie sich dann vom Igel vernaschen.

Es scheint, dass sie leicht zu haben war.

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ABC-Etüden, Gedankensplitter

ABC.Etüde II KW 43+44/2019 — Orakeln mit Asterix

Neue Worte, neuer Text: Drei Begriffe eingebaut in einem Text mit maximal 300 Worten…
Danke an Christiane für die Schreibeinladung und an Ulli Gau aus ihrem Café Weltenall für die Begriffe für die Schreibwochen 43+44 / 2019, die da lauten:

Vogelflug               ängstlich             schwingen

Kurzetüde für Asterixfans.

„Was machst du da?“

„Den Vogelflug beobachten.“

„Ja, schön, nicht?“

„Das auch.“

„Was denn noch?“

„Nun ja, die keltischen Druiden haben aus dem Vogelflug die Zukunft gelesen. Ich dachte, das probier ich auch.“

„Okay, Miraculix, bist du ängstlich? Wird uns der Himmel auf den Kopf fallen, oder wie?“

„Quatsch. Ich versuche rauszukriegen, wie es mit dem Brexit weiter geht.“

—Langes Schweigen, beide schauen in den Himmel.—

„Und? Was siehst du?“

„Gar nichts. Völlig wirr. Die spinnen, die Vögel.“

„Na gut. Dann schwing deinen Hintern in die Küche, es gibt Frühstück.
Wann geht eigentlich dein Flieger morgen früh nach Düsseldorf?“

„Ob und wann weiß ich noch nicht. Ich werd‘ nach dem Frühstück mal im Kaffeesatz nachschauen.“

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Lesen

Leseecke: Humor und Märchen

Gerald Durrell „Der Spottvogel“

– Dieses unterhaltsame Buch, im gewohnt lockeren Stil Durrells, bekommt man leider nur noch gebraucht, aber es lohnt sich, danach zu schauen:
Eine kleine Insel des Commonwealth voller liebenswerter Exzentriker gerät während des kalten Krieges in den Blickwinkel der Supermächte. Der junge Peter Foxglove, neu ernannter Assistent des Beraters des Königs im Namen der englichen Königin, soll dafür sorgen, dass die Briten einen Marinestützpunkt auf der Insel einrichten können.
Schnell aber erliegt er dem Charme der Insel und ihrer Bewohner(innen) und wird letztlich zufällig zum Retter dieses Paradieses.
Die Geschichte kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus und liefert dennoch Stoff zum Nachdenken über unseren Umgang mit der Natur.
Ebenfalls stark zerlesen sind bei mir die weiteren Bücher von Durrell.
Allen voran:

„Eine Verwandte namens Rosy“

– Adrian Rockwhistle möchte so gern endlich ein richtig abenteuerliches Leben. Man soll aber bekanntlich vorsichtig sein, mit dem was man sich wünscht, denn manchmal klappt es.

   
(bei amazon)

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