Depression

17.12. – Das Wesentliche | Adventüden — Irgendwas ist immer

Da ist sie also, meine diesjährige Adventüde … der „Melanköter“ hatte kräftig seine Hand, pardon – Pfote, im Spiel. Ab und zu muss er halt Laut geben und mal Gassi gehen.
Ich freue mich über die vielen klugen und hilfreichen Kommentare in der Veröffentlichung bei Christiane.

Weihnachten, das Fest der Liebe und des Fressens«, pflegte ihr Vater zu sagen. Sie sehnte sich zurück in die Unbeschwertheit und Geborgenheit ihrer Kindheit. Diese schönste Zeit des Jahres, besinnlich, voller Überraschungen und Vorfreude, voller Glauben, Liebe, Hoffnung. Jahr für Jahr jagte sie diesen Erinnerungen nach. Sie einzufangen, sie noch einmal zu spüren, das wäre […]

17.12. – Das Wesentliche | Adventüden — Irgendwas ist immer
ABC-Etüden, Depression

ABC-Etüde KW 46 + 47 / 2021 – November

Die letzte Etüdenrunde des Jahres 2021 wurde von Christiane eingeläutet. Die zu verwendenden Worte stammen aus Heidis Erinnerungswerkstatt und lautet somit irgendwie folgerichtig:

Museum – biografisch – erinnern

November

Im Museum meiner Erinnerungen scheint ein Foto auf. Es ist noch nicht alt, genau genommen wohl zu jung für ein klassisches Museum. Mein Erinnerungsmuseum ist jedoch nach anderen Kriterien gefüllt als nach dem Alter des Objekts, da geht es wohl eher um biografische Höhe- oder Wendepunkte, um Glücksmomente wie auch um offene Fragen und Zweifel.

Was ist so besonders an dem Bild? Was ist darauf zu sehen?
Es ist das Bild einer Familienfeier. Das Besondere daran ist wohl was oder vielmehr, wer darauf NICHT zu sehen ist.
Schmerzhaft in mindestens einem der drei Fälle ist diese Abwesenheit. Die Entscheidung, Menschen, die dich lieben, aus dem eigenen Leben zu streichen wegen … ja, weswegen eigentlich? Ich weiß es bis heute nicht. Die Ursachen zu erfahren, waren wir nicht wert. Immer wieder versuche ich mich zu erinnern, zu ergründen, was da wohl falsch gelaufen sein mag, wo wir versagt haben, wo eine Weiche falsch gestellt, ein Anschluss verpasst wurde. Ich komme nicht dahinter und der Zug ist abgefahren.
Ob ein nächster irgendwann doch den Bahnhof erreicht? Wer weiß.
Die Hoffnung bleibt – selbst im traurigen, nebelgrauen November.

–185 Wörter —

Depression, Selbsthilfeangebote

Nagende Erinnerungen – Wie ich einen Abschluss fand

Du kennst das sicher:
Da sind Erinnerungen, die dich nicht loslassen,
Geschehnisse, die dich immer und immer noch beschäftigen,
Ereignisse, Menschen, die dir ihren Stempel aufgedrückt haben,
die dich klein und unglücklich machen?
Themen, die du nicht (mehr) ändern kannst, die dich aber partout nicht loslassen?

Du willst ihnen keine Macht in deinem Leben geben, sie hinter dir lassen,
aber du kommst aus der Endlosschleife nicht heraus,
die verhindert, dass du endlich abschließen kannst?

Zehrende Sinnlosigkeit der gedanklichen Wiederholtaste

So ist es mir auch gegangen.
Jahre um Jahre führte ich dieselben (Selbst)Gespräche über Ereignisse und Menschen.
Es war eigentlich alles gesagt, die Ursachen und Wirkungen erforscht, dennoch gab es keinen Weg raus aus dem Gedankenirrgarten.
Es fasste mich immer wieder an.
Das hat mich massiv geärgert, weil ich im Prinzip ein positiver Mensch bin und vor allem, weil ich Negativem kein Denkmal setzen will.
Doch es schob schöne, glückliche Erinnerungen in den Hintergrund, drängte sich vor, machte sich in mir breit.

Ein Ritual als Schlusspunkt

Dann las ich in irgendwo von Ritualen, um mit Vergangenem endgültig abzuschließen.
Es gab sofort diese Stimme in mir, die sagte:
„So ein esoterischer Blödsinn! Mach dich nicht lächerlich!“
Dann war da aber noch der Gegenpol, der ganz gelassen und pragmatisch meinte:
„Probier‘ es. Mehr als nicht funktionieren kann es doch nicht.“

Letztlich gab dieses Argument den Ausschlag.
So überlegte ich mir mein Vorgehen und kreierte für mich das Ritual, das ich dir hier mitgeben möchte.

Es braucht Zeit, Ungestörtheit und eine Wohlfühlumgebung.

Es war während meiner Kur. Es war ein sonniger Samstagnachmittag.
In der Kurklinik herrschte Ruhe. Die meisten Patienten waren unterwegs.
Keiner würde mich ablenken, stören, beobachten können. Absolute Ruhe um mich herum. Unbegrenzt Zeit. Nichts und niemand würde stören.

So setzte ich mich auf meinen Balkon mit dem herrlichen Blick über Bad Kissingen und ließ meine Gedanken schweifen.
Gezielt holte ich die Themen heran, die mich immer wieder quälten.
Eins nach dem anderen zog ich hervor.
Betrachtete es gedanklich noch einmal von allen Seiten, sah mir an, wo es herkam, was es auslöste, was es mit mir machte.

Dann stellte ich mir vor, wie ich diesen Gedanken, diese Erinnerung in ein Kästchen packte und den Deckel schloss. Ein Schleifenband darum sicherte, dass der Karton zu blieb.
Ich sah das Kästchen in meinem Kopf und staunte, wie klein es doch war.
So klein und hatte mich doch so mächtig beeinflusst.

Die reinigende Kraft des Feuers mal anders.

Nun verabschiedete ich mich davon und warf dieses Päckchen gedanklich in einen Vulkan. Sah zu, wie die glühende Lava es nach und nach umschloss und es sich letztlich in Rauch auflöste …

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Das Ergebnis? Es hat gewirkt.
Natürlich sind diese Themen seitdem nicht weg.
Aber die Endlosschleifen hab ich durchbrochen.
Mein Unterbewusstsein hat das Ritual akzeptiert und fördert diese Dinge nicht mehr pausenlos zutage.
Ich habe loslassen können, hab den Kopf freier, kann mich anderen Themen widmen.

Das Gleiche wünsche ich mir für dich und so lautet meine Empfehlung:
Probier‘ es aus.

Mehr als nicht funktionieren kann es nicht.

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ABC-Etüden, Depression

ABC-Etüde KW 47/48 2020 – Novembertief

Die letzte Runde der ABC-Etüden für 2020 wurde von Christiane eingeläutet.
Die Wortspende kommt von Ulli Gau mit ihrem Blog Café Weltenall:

Quelle, griesgrämig und stöbern lauten die diesmal zu verwendenden Begriffe.

Novembertief

Grau und trostlos ist die Aussicht aus dem Fenster. Das Haus ist windumtost. Es regnet.
Das ist einer dieser Tage zum griesgrämig vor sich hinpusseln, einer der Tage, an denen ich doch froh bin, keinen Hund zu haben und nicht raus zu müssen, einer der Tage, die einfach nur Energie fressen.

2020 strebt dem Ende zu, ein Jahr der Einschränkungen, der Abschiede.
Ich brauche nicht lange in meinem Inneren zu stöbern, um die Quelle dieser hoffnungslos missmutigen Stimmung zu finden.

Die Feier zum 75. meiner Mutter? Gestrichen! Skypen diente als dürftiger Ersatz für Nähe.
Ob wir uns Weihnachten treffen können, scheint fragwürdig.

Mit 90 Jahren ist die Patentante meines Mannes letzten Freitag verstorben. Auch ihre Geburtstagsfeier im Juni fiel coronabedingt aus.
Wenigstens haben wir sie im September noch einmal besuchen können, denn derzeit ist unklar, ob wir überhaupt an der Beerdigung teilnehmen dürfen.
Ein Abschied ohne Abschied.

Vorgestern hat mein Kollege mir eröffnet, dass er gekündigt hat.
Für eine kleine Firma wie die, in der ich seit Januar arbeite, ist das schwer abzufangen.
Als ich anfing, waren wir zu fünft. Im August ging der erste, Ende Januar wird nun der zweite einen neuen Job beginnen. Dann sind wir nur noch zu dritt, Chef, Chefin und ich.
Zwar wird ab Februar ein Neuer erwartet, nur ist unklar, wer ihn dann wohl einarbeiten kann.
Mein Arbeitsvertrag wird am 30. Juni enden. Geplant ist (war?), ihn dann in einen unbefristeten umzuwandeln. Das scheint mir unter diesen Voraussetzungen fragwürdig.
Ein absehbarer Abschied?

Vielleicht sollte ich schon langsam wieder anfangen, mich auf Jobsuche zu begeben? Morgen vielleicht. Heute will ich einfach nur hier sitzen.
Ein bissel musizieren, ein bissel lesen, ein bissel vor mich hingrummeln, ein bissel Katzen streicheln.
Ach ja, in manchen Tagen ist einfach der Wurm drin.

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