ABC-Etüden

ABC-Etüde KW 24+25 / 2020 – Heimlichkeiten im Museum

Mit den aktuellen Worten aus Christianes Schreibeinladung, gespendet von Susanne von books2cats geht es hier nun weiter im Mysterienmuseum und mit dem fliegenden Teppich.

Die Worte sind diesmal:

Geräteschuppen – feiern – kupferfarben

Da geht doch was…

Heimlichkeiten im Museum

Mittlerweile sind drei Wochen vergangen. Der Direktor hat alle seine Beziehungen spielen lassen. Die Zeitungen haben Aufrufe veröffentlicht. Der Aufsichtsrat hat sogar eine Belohnung ausgesetzt.
Landauf, landab wurde in privaten und öffentlichen Sammlungen, Archiven, Rumpelkammern, Kellern und sogar in Geräteschuppen fieberhaft nach Hinweisen auf eine Zauberflöte gesucht.
Mehrmals war der Direktor unterwegs gewesen zu den Schatztauchern, die ihm bisher seine besten Exponate besorgt hatten.

Darüber hatte er die junge Frau, die den ganzen Aufruhr ausgelöst hatte, total vergessen.
Keyser war es Recht, dass er nicht mehr nach ihr gefragt wurde. Er wollte ungern lügen.
Natürlich hatte er sie mittlerweile gefunden. Es war lächerlich einfach gewesen. Eines Morgens, noch vor dem Besucheransturm war er durchs Museum gelaufen und wie ferngesteuert vor dem Glaswürfel mit dem Teppich gelandet.
Und da stand sie. Diese kupferfarbenen Locken, dieses Profil. Die Ähnlichkeit war nicht zu übersehen. Sie musste die Schwester von Valentina Mayer-Schlüterblitz sein. Er wusste, sie war Historikerin, hatte an der Sorbonne studiert.
„Haben sie eine Idee, wie wir ihn munter bekommen?“
Erschrocken hatte sie sich umgedreht und dann traurig gelächelt.
„Nein, leider nicht. Ich ahnte ja nicht …“
„Nein, keiner wusste davon, dass … „
Beide hatte sie ihren Satz nicht beendet, sie verstanden einander auch so.
Seither trafen sie sich regelmäßig im Café, manchmal zu dritt, mit ihrer Schwester, aber meist zu zweit.
Mathilde … ein Name wie warme Schokolade. Er genoss ihr Lächeln, wenn er ihn französisch aussprach. Es gab so viel voneinander zu erfahren.
Häufig trafen sie sich morgens im Museum, gingen gemeinsam zum Teppich. Einmal hatte er sogar verstohlen ihre Hand gegriffen. Sie hatte gelächelt, kurz mit dem Daumen über seinen Handrücken gestrichen und ihre Hand dann zurückgezogen.
Ihm war daraufhin den ganzen Tag zum Feiern zumute gewesen.

— 299 Wörter —

Mehr von Paula und die ganze Teppichgeschichte? Lies meine Abendseglergeschichten

5 Gedanken zu „ABC-Etüde KW 24+25 / 2020 – Heimlichkeiten im Museum“

  1. Eine Lovestory auch noch? Das sind ja tolle Heimlichkeiten im Museum! Ich bin so gespannt, ob sie den Teppich nun doch irgendwie … 😉
    Oh, übrigens: kupferfarben, nicht bronzefarben!!!
    Liebe Grüße
    Christiane, die Etüdentante … 😁👍

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