ABC-Etüden, Gedichte

ABC-Etüden KW 12+13 / 2020 – Pro Forsythia

Jetzt ist doch schon fast wieder ein Viertel von 2020 vorbei, viel ist passiert, die ABC-Etüden sind eine schöne, unterhaltsame Konstante in meinem Leben geworden. So will ich auch jetzt wieder mitschreiben.
Danke an Christiane für die Einladung und die Bildgestaltung, sowie Elke H. Speidel für die gespendeten Worte:

Forsythien – lächerlich – erfrieren

Nun denn…

An Forsythien scheiden sich mal wieder die Geister.
Ähnlich wie bei den Fragen „Ärzte oder Hosen?“, „Beatles oder Stones?“, „Hunde- oder Katzenfreund?“ gibt es keine Möglichkeit, so scheint mir, in der seligen, friedlichen Unentschiedenheit eines „sowohl als auch“ zu verharren.

Jedoch habe ich ein großes Problem mit Absolutismen. Ich bin ein Verfechter der friedlichen Koexistenz und Meinungsoffenheit, auch in gärtnerischen Fragen.

Das Selber-Denken und -Entscheiden oder eben Nicht-Entscheiden sei jedem Menschenwesen zugestanden.

In meinem Garten nun gibt es viele heimische Pflanzen, wächst viel Vogel-, Bienen- sowie Insektenfutter und es gibt eben auch, nur der Schönheit wegen, einen Forsythienstrauch.
So widme ich ihm das folgende Gedicht und oute mich, wenn es denn so sein soll, gern als Freund der viel geschmähten Frühlingsboten.

Seelenbalsam

Zeitig im Jahr behüten
tausend kleine, gelbe Sonnen
meine Seele davor,
im spätwinterlich vorfrühlingshaften Matschgrau trostlos zu stranden.

Hell leuchtet ihr Gelb,
tapfer trotzen die Forsythien
Kälte und Nässe,
verkünden den nahenden Frühling, Wärme und Licht.

Welch ein verheißungsvolles Zeichen,
dass sie nicht erfrieren,
in überraschenden Eisregenschauern.
„Lächerlich!“ scheinen sie den Winter frech herauszufordern.

Mich beglückt die Frühlingshoffnung,
die sie mir schenken,
die ich lange
dankbar und getröstet in meinem Innern bewahre.

–194 Wörter–

6 Gedanken zu „ABC-Etüden KW 12+13 / 2020 – Pro Forsythia“

  1. Die einleitenden Worte gefallen mir genauso wie das Gedicht. Ich finde, jeder Garten, in dem man bewusst Natürliches bevorzugt, veträgt auch ein paar Lieblinge, die vielleicht nicht viel mehr zu bieten scheinen als ihre Aussehen oder ihr Gezweig, in dem die Vögel herumhüpfen können, aber die nektarsuchenden Insekten müssen nicht das einzige Mass der Dinge sein, es gibt andere Insekten die an Forsythien fressen und Vögel, die ihrerseits diese Insekten mögen … Nutzlosigkeit ist reine Ermessenssache.

    Gefällt 1 Person

  2. Ich nehme mir das Recht heraus, Forsythien nicht zu mögen, obwohl ich Gelb eigentlich toll finde. Ich nehme mir aber auch das Recht heraus, bei der Musik die einen nur ein bisschen mehr als die anderen zu mögen. Ziemlich entschieden bin ich nur bei der Katzenfrage.
    Dein Gedicht finde ich dazu ausnehmend hübsch.
    Wobei für mich die Frühlingsbotenfunktion ebenfalls andere Pflanzen und Pflänzchen übernehmen … ach, lassen wir das.
    Ich freue mich, dass du dich mit den Etüden so wohl fühlst.
    Liebe Grüße
    Christiane 😁🌞👍

    Gefällt 2 Personen

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